Der Kirschgarten

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Anton Pawlowitsch Tschechow

Der Kirschgarten (russisch Вишнёвый сад/ Wischnjowy sad; wiss. Transliteration Višnëvyj sad) ist eine tragische, gesellschaftskritische Komödie in vier Akten von Anton Pawlowitsch Tschechow. Es entstand wie das Stück Drei Schwestern im Jahre 1900 und wurde zu Tschechows 44. Geburtstag am 30. Januar (nach dem alten Kalender am 17. Januar) 1904 in Moskau uraufgeführt. Es war das letzte Stück des Schriftstellers, der ein halbes Jahr nach der Uraufführung an Tuberkulose starb.

Inhaltsverzeichnis

Personen

  • Ljubow Andrejewna Ranjewskaja, Gutsbesitzerin
  • Anja, ihre Tochter, 17 Jahre alt
  • Warja, ihre Pflegetochter, 24 Jahre alt
  • Leonid Andrejewitsch Gajew, Bruder der Ranjewskaja
  • Jermolaj Alexejewitsch Lopachin, Kaufmann
  • Pjotr Sergejewitsch Trofimow, Student
  • Boris Borisowitsch Simeonow-Pischtschik, Gutsbesitzer
  • Charlotta Iwanowna, Gouvernante
  • Semjon Pantelejewitsch Jepichodow, Kontorist
  • Dunjascha, Dienstmädchen
  • Firs, Lakai, ein Greis von 87 Jahren
  • Jascha, ein junger Lakai
  • Ein Landstreicher
  • Der Stationsvorsteher

Die Handlung

Das Stück spielt um 1900 auf einem russischen Landgut mit einem Herrenhaus, das von einem wunderschönen Kirschgarten umgeben ist. Anja, die Tochter der Gutsbesitzerin Ranjewskaja holt ihre Mutter aus Paris zurück, weil das Anwesen hoch verschuldet ist und versteigert werden muss. Die Mutter floh vor fünf Jahren mit ihrem Geliebten nach Frankreich, nachdem ihr kleiner Sohn damals im naheliegenden Fluss ertrunken war. Der Bruder von Ranjewskaja, Gajew war unfähig, mit Geld umzugehen und genoss das Leben. Auch Ranjewskaja verbrauchte ihr Geld in Paris.

Eine Rettung könnte der ehemalige Leibeigene der Familie, der Kaufmann Lopachin, bedeuten, der zu einem Vermögen gekommen ist. Er schlägt vor, Datschen (Ferienhäuser) auf dem Grundstück zu errichten und sie an Sommergäste zu vermieten. Die Voraussetzung dafür wäre das Abholzen des wunderschönen, aber nutzlos gewordenen Kirschgartens, der gerade in voller Blüte ist. Eine andere Lösung aus der Misere wäre, wenn Varja, die Pflegetochter der Gutbesitzerin, Lopachin heiraten würde, aber ihr Traum geht nicht in Erfüllung. Es entfaltet sich hingegen eine Liebe zwischen dem ehemaligen Erzieher des ertrunkenen Sohnes, dem ewigen Studenten Trofimov, und Anja, der Tochter der Gutsbesitzerin.

Der Kirschgarten symbolisiert die Kindheit und die Erinnerungen, von denen sich die Geschwister Ranjewskaja und Gajew nicht trennen können. Sie unternehmen alles, um den Kirschgarten und das Gut zu retten, aber ohne Erfolg: Lopachin gelingt es, das Gut zu erwerben. Zum Schluss gibt die Gutsbesitzerin ein großes Fest, aber im Hintergrund kann man hören, wie die Kirschbäume gefällt werden. Am Ende des Stückes wird Abschied von Russland genommen. Die Gutsbesitzerin will zurück nach Paris ziehen, alle verlassen das Haus, nur der alte Diener Firs wird zurückgelassen, der nun meint, die Zeit zu sterben sei gekommen, und entschläft.

Deutschsprachige Ausgaben

  • Anton P. Čechov: Der Kirschgarten. Frankfurt am Main [u.a.] : Insel-Verl., 1991 ISBN 3-458-33041-0
  • Anton Tschechow: Der Kirschgarten. Stuttgart : Phillip Reclam jun. Stuttgart, 1984 ISBN 3-15-007690-0

Bedeutende Inszenierungen

Künstlerische Rezeption

David Gieselmanns Komödie Die Plantage (2006) orientiert sich an der Handlung des Kirschgartens.

Weblinks

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