Epos

aus TheaterWiki, der freien Wissensdatenbank für Theaterwesen und Schauspielkunst
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Epos (griechisch έπος [sächlich] - das Gesagte, der Vers, dann auch die Erzählung, das Gedicht; Mehrzahl die Epen) ist eine der Hauptformen der erzählenden Literatur (der Epik). Es steht als narrative Großform neben der jüngeren Entwicklung des Romans. Epen berichten in gebundener Sprache und einer gewissen Breite und Ausführlichkeit von einem bedeutenden, als historisch real verstandenen Ereignis. Die Verfasser können anonym bleiben.

Inhaltsverzeichnis

Zur Versform des Epos

Die Epen der griechischen und lateinischen Antike sind im Versmaß des stichischen Hexameters verfasst, der die Silbenlänge zur Versstrukturierung nutzt und keinen Endreim kennt. Die Hauptform der altgermanischen Epik war der ebenfalls stichische Stabreimvers ('Beowulf', 'Heliand', Hildebrandlied). Bei den mittelhochdeutschen und altfranzösischen Epen kommt, gemäß der andersartigen Verstechnik (siehe auch Metrik), meist der paargereimte vierhebige Vers zur Anwendung, in dem auch die Romane gedichtet sind.

Zur Abgrenzung zwischen Epos und Roman

Der heute einflussreichste gattungstheoretische Ansatz dürfte die Romantheorie von Georg Lukács sein: Epos als Gestaltung einer »geschlossenen Lebenstotalität« mit festen Lebens-, Wert- und Sozialordnungen und verbindlichem Weltverständnis, dagegen der Roman als Ausdruck eines privaten Weltausschnitts und problematisch gewordenen Welt- und Ordnungsverständnisses. Franz Borkenau ordnet hingegen das "Epos" als literarische Form der Selbstfindung nach barbarischen Zeitaltern ein (am Beispiel der Völkerwanderung); daher auch seine abenteuerlichen Handlungen. In der höfischen Literatur um 1200 lassen sich erstmals sowohl epostypische wie romantypische Elemente erkennen, so dass die höfische Epik (speziell der Artusroman) als eine Übergangserscheinung betrachtet werden kann, die letztlich zum Roman als epischer Leitgattung der Neuzeit hinführt.

Berühmte Epen

Antike Epen

Die antike Gattung 'Epos' ist neben Umfang und Thematik bestimmt durch den 'erhabenen' Stil, das Versmaß des Hexameters, Stoffelemente wie typische Szenen (Rüstung, Zweikampf, Massenkampf, Bestattung, Götterversammlung, Mahl, Feste), Beschreibung von Gegenständen (Ekphrasis), Kataloge, sprachliche Gestaltungsmittel wie Formeln (teilweise aus mündlicher Tradition der 'Oral Poetry' ererbt), schmückende Beiwörter (Epitheta ornantia), Vergleiche und eine unparteiisch-allwissende Erzählhaltung.

Epische Dichtung des Mittelalters

Neuansätze und Gegenentwürfe von der Renaissance bis zur Gegenwart

Die modernen Werke sind oft sehr dezidierte Gegenentwürfe, weshalb man dafür auch den Begriff »Antiepos« geprägt hat. Goethe wendet mit Hermann und Dorothea das Thema in Gegenwärtige, ins Bürgerliche und bei Joyces Ulysses wird das Epos zu einem fast 1-tägigen Irrlauf eines Antihelden. Auch Theodor Däubler und Albrecht Schaeffer haben beachtliche Vers-Epen verfasst. Schließlich wäre noch zu klären, ob Zettel's Traum (nicht in Versen!) von Arno Schmidt ein nachmodernes(?) Epos ist, wie denn der Begriff "Epos" vielen bedeutenden Prosawerken beigelegt wird.

Siehe auch

Epik, Epopöe, Literaturgattung, Nationalepos

Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Epos aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
odysseetheater
Werkzeuge