Frühere Verhältnisse

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Frühere Verhältnisse ist eine Posse mit Gesang in einem Akt von Johann Nestroy, Musik von Anton Maria Storch. Die Uraufführung fand am 7. Jänner 1862 im Quai-Theater statt. Als Vorlage diente Nestroy Emil Pohls Schwank Ein melancholischer Hausknecht oder Alte Bekanntschaften (Uraufführung in Berlin am 30.7.1861).


Personen

  • Herr von Scheitermann, Holzhändler
  • Josephine, dessen Frau
  • Anton Muffl, Hausknecht
  • Peppi Amsel, Köchin

Inhalt

Josephine, eine gebildete Professorstochter, macht ihrem Mann Vorwürfe, weil man schon wieder ohne Dienstboten sei. Das letzte Dienstmädchen habe man entlassen müssen, weil Scheitermann ihr zu nahe getreten sei. Den Hausknecht hat Scheitermann verjagt, weil dieser Zigarrendieb war. Josephine fordert, ehe sie davonrauscht, für beide schnellsten Ersatz. Der einfältige Scheitermann liebt seine Gattin, aber deren feine Bildung geniert ihn. Wenn sie erst wüßte, daß er selbst einmal Hausknecht gewesen war ...

Peppi Amsel war einstmals Dienstmädchen bei Josephines Vater gewesen, hatte sich später aber als durchaus begabte Schauspielerin bei zweitklassigen Bühnen versucht. Da Gagen zahlen bei derartigen Direktionen nicht üblich war, sehnt sie sich nach geordneteren Verhältnissen zurück. Josephine ist froh, in Peppi eine erprobte Vertraute wiederzufinden. Sie könne ihr sogleich helfen, Scheitermanns Geheimnis aufzudecken, das dieser ängstlich verbirgt. Wenn es gar ein Verbrechen wäre ...

Muffl, einstmals Geschäftsbesitzer, ist durch seinen Kompagnon in den Konkurs getrieben worden. Seinen letzten Notpfennig hat er für eine Bad-Kur aufgebraucht, bei der er eine begabte Schauspielerin, deren Glanzrolle die "Pompadour" war, kennen und lieben gelernt, aber bald wieder aus den Augen verloren hat. Dem Trunk verfallen und völlig mittellos ist er endlich bis zum Hausknecht herabgesunken. Hier bei Scheitermann hofft er in Stellung genommen zu werden. Überrascht und zugleich höchst erfreut erkennt er in dem mittlerweile wohlhabenden Scheitermann seinen ehemaligen Hausknecht wieder. Scheitermann ist peinlich berührt und beschwört Muffl, dieses schreckliche Geheimnis ja nicht zu verraten. Nicht, wenn alles nach seiner Zufriedenheit verläuft, verspricht Muffl, der seinen ehemaligen Knecht nun ganz in der Hand hat.

Peppi erkennt in Muffl ihren ehemaligen Liebhaber aus der Theaterzeit wieder. Da sie sich in ihrer untergeordneten Stellung vor ihm geniert, macht sie ihn glauben, sie wäre die Hausherrin. Dann bedrängt sie Josephine, Muffl, obwohl sie ihn immer noch liebt, so schnell als möglich zu entlassen. Josephine befiehlt ihrem Mann, das Nötige zu veranlassen.

Muffl, der seine Stellung gefährdet sieht, deckt nun vor Scheitermann die früheren Verhältnisse seiner vermeintlichen Gattin auf. Sie sei gar keine Professorstochter, ihr Vater wäre Kellner gewesen und sie selbst Schauspielerin. Scheitermann gerät immer mehr in Rage, wutenbrannt stellt er seine ahnungslose Frau zur Rede, die wiederum zu wissen meint, daß ihr Mann einen Einbruch begangen habe. Die Konfusion ist perfekt - bis Peppi endlich alles aufklärt und ihren Schwindel gesteht. Scheitermann gesteht, daß er ehemals Hausknecht gewesen war und Muffl bekennt, daß er Peppi immer noch liebt. Daß beide wegen der früheren Verhältnisse, die nicht öffentlich bekannt werden sollen, nicht als Dienstboten verbleiben können, versteht sich. Aber Herr und Frau von Scheitermann versprechen, ihnen ein kleines Geschäft in einem etwas entfernteren Städtchen einzurichten.

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