Hesiod

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Hesiod, Dichter und Geschichtsschreiber

Hesiod (griech. Hesíodos) (* ca. 700 v. Chr., vermutlich in Askra in Böotien, weniger wahrscheinlich in Kyme in Kleinasien) war ein griechischer Dichter und Geschichtsschreiber, der als Bauer und Hirte in Böotien lebte.

Biografie

Die einzigen authentischen Hinweise über Hesiods Biographie sind Ereignisse, die er in seinen Epen der Nachwelt hinterlassen hat. An drei Stellen seiner Arbeiten fügte er biografische Elemente ein. Sie lassen sich in seinem Hauptwerk Theogonie finden.

Hesiod wurde in Askra, einer kleinen Burg in Böotien geboren. Sein Vater stammte aus Kyme, das an der kleinasiatischen Küste in Ionien gelegen war. Der Name seines Vaters ist uns unbekannt. Die Überlieferung ordnete ihn den Adligen zu, was aber durch eine falsche Übersetzung der Passage Perse, dios genos ( griech. "Πέρση, δῖος γένος" ) in 'Perses, Kind der Adligen' anstatt in 'Perses, das wohlgeborene Kind' erklärt werden kann. Hesiods Vater besaß ein kleines Handelsunternehmen, das Handel mit anderen griechischen Städten über die damals übliche Küstenschiffahrt betrieb. Er war jedoch nicht erfolgreich und ruinierte sich. Daraufhin überquerte er das griechische Meer und ließ sich in Askra nieder, wo er ein kleines Stück Land am Fuße des Berges Helikon erwarb. Dort heiratete er Pycimede, mit der er zwei Kinder hatte: Hesiod und Perses.

Askra war ein armer Ort. Hesiod beschrieb ihn als "eine verwünschte Burg." Sein Leben war durch "harte Winter" geprägt, "ein karges Dasein, das niemals angenehm wurde."

Werk

Sein Epos Theogonie, in dem er in über tausend Hexametern die Entstehung der Welt und der Götter schildert, ist weitgehend Grundlage für die heutige Kenntnis der griechischen Mythologie. In seinem weiteren Hauptwerk Werke und Tage ist der Mythos von der Büchse der Pandora enthalten; außerdem wird darin eine Abfolge der Weltzeitalter geschildert. Nach einem vollkommenen goldenen Zeitalter folgen ein silbernes und ein erzenes Zeitalter, dann das so genannte „Zeitalter der Heroen“, und schließlich das eiserne Zeitalter, das durch allgemeine Verfinsterung und Verrohung der Sitten gekennzeichnet ist. In Anbetracht von Willkür und Gewaltherrschaft fordert Hesiod zu redlicher Arbeit und tugendhaftem Lebenswandel auf. Aus seinen Hinweisen zu den Regeln der Landwirtschaft kann geschlossen werden, dass er Bauer war.

Aus den in der Theogonie gemachten geografischen Angaben lässt sich das erste von den Griechen entworfene Weltbild rekonstruieren. Dieses Weltbild umfasst hauptsächlich Gebiete, die sich im östlichen Mittelmeerraum und in Kleinasien befinden. Das westliche Mittelmeer war Hesiod nur sehr schemenhaft bekannt. Weiterhin erwähnt wurden das Schwarze Meer (Pontos), die Donau (Istros) sowie die Alpen, die als Rhyphaen-Gebirge bezeichnet werden. Alle Teile Europas, die sich nördlich der Alpen befinden, waren Hesiod jedoch gänzlich unbekannt.

Auf Grund der in Theogonie vorhandenen geografischen Angaben kann davon ausgegangen werden, dass Hesiod erst nach Homer gelebt hat. Von ihm werden Gebiete beschrieben, die Homer noch völlig unbekannt waren.

Literatur

  • Hans Schwabl: Hesiodos. In: Der kleine Pauly. Lexikon der Antike, Bd. 2, Spalte 1113 ff.
  • Walter Krämer: Geheimnis der Ferne. Urania-Verlag, Leipzig, Berlin, Jena 1971. S. 169-170.

Siehe auch: Portal Mythologie


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