Kein Platz für Idioten

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Kein Platz für Idioten ist ein Theaterstück in drei Akten von Felix Mitterer aus dem Jahr 1977. Die Handlung des Volksstücks beschreibt, wie ein Junge auf Grund seiner Behinderung von der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen wird.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Die Möllinger- Bauern hassen ihren Sohn Sebastian, weil er behindert ist. Der alte Plattl- Hans nimmt den Jungen gegen Kost und Logis zu sich. Eines Abends, als er und Sebastian im Dorfgasthaus essen, regt sich Adi, einer der anderen Gäste, über die beiden auf. Obwohl seine beiden Freunde, einer davon ist Gendarm, ihn beruhigen wollen, hört er nicht auf zu sticheln. Er fragt sogar ein deutsches Touristenehepaar, ob der Alte und sein Schützling sie stören würden. Kurz darauf betritt der Bürgermeister, dem das Gasthaus gehört, den Raum. Adi erzählt ihm, Plattl-Hans und Sebastian, würden dem örtlichen Fremdenverkehr schaden und alle Gäste hinausekeln. Der Wirt ist tatsächlich besorgt, da bald eine neue Liftanlage eröffnet wird und er sich mehr Gäste erhofft. Er bittet den Alten, nicht mehr mit Sebastian in sein Wirtshaus zu kommen. Ein paar Monate später, es ist mittlerweile Advent, feiern Plattl- Hans und sein Junge, Sebastians siebzehnten Geburtstag. Der alte Mann hat sogar bei einem Radiosender angerufen, damit im Wunschkonzert ein Lied für Sebastian gespielt wird. Gerade als Sebastians Lied gespielt wird, kommt einer der beiden Männer aus dem Gasthaus in die Wohnung. Er erzählt, dass Sebastian einem Mädchen beim Baden zugesehen hätte und die Dorfbewohner ihn nun in eine Anstalt bringen wollen. Sogar die Eltern des Buben hätten schon zugestimmt! Plattl- Hans macht sich Vorwürfe, da er den Jungen aufklären hätte sollen. Plötzlich betritt der Gendarm das Zimmer, um Sebastian abzuholen. Als sich der Junge dagegen wehrt, ruft der Gendarm zwei Sanitäter zu Hilfe. Zu dritt führen sie Sebastian schließlich ab.

Personenübersicht

Der Alte: Der Alte arbeitet auf dem Hof der Möllinger - Bäuerin. Er ist eine Kontrastfigur zu den Eltern. Er ist hilfsbereit und gutmütig und hat Mitleid mit dem Jungen. Er ist der einzige, der sich um den behinderten "Wastl" kümmert. Er glaubt daran, dass der Junge absolut entwicklungsfähig ist und bringt ihm auch Lesen und Schreiben bei.

Der Junge (Sebastian, Wastl): Er ist seit seiner Geburt geistig behindert und lebt am Bauernhof seiner Eltern. Während seiner Jugend hat er niemals Zuneigung und Liebe bekommen. Für seine Eltern ist er nur ein nutzloser Esser. Als sich der Alte seiner annimmt, erfährt er erstmals Liebe und Zuneigung. Dem Jungen wird sexuelle Belästigung vorgeworfen. Er wird von der Gesellschaft nicht akzeptiert.

Möllinger Bäuerin (Mutter): Die Bäuerin bringt keinerlei Verständnis für die Behinderung ihres Sohnes auf. Sie beschimpft ihn als "unnützlicher Esser", "Missgeburt" und als "verreckter Krüppel" (in seiner Gegenwart). Sie findet es auch nicht der Mühe wert, ihre Gefühle für sich zu behalten, während der Junge anwesend ist. Schläge stellen für sie das beste Erziehungsmittel für den "Unnutz" dar. Sie hat kein Verständnis für die Behinderung ihres Sohnes. "Hass" ist das Einzige, was ihm die Mutter entgegenbringt. Sie empfindet das Kind als "Strafe Gottes".

Wirt (Bürgermeister): Er will, dass Sebastian nicht mehr mit dem Alten ins Gasthaus kommt. Er ist ein egoistischer Politiker und sehr oberflächlich. Lois (1.Gast): Er hat kein wirkliches Problem mit dem Jungen und sieht ein, dass er lernfähig und nett sein kann. Er versucht auch dem Alten und Sebastian zu helfen, doch das missglückt.

Adi (2.Gast): Er ist rassistisch und meint, dass Wastl sich schlecht auf den Tourismus auswirke, weil er die Leute abschrecke. Für Adi ist der Tourismus viel wichtiger als Sebastian. Außerdem will er den Jungen nicht im Wirtshaus haben, da dieser die Gäste verscheuche. Adi sieht den Jungen als "Fremdenverkehrsschädigung".

Interpretation

Mitterer wurde zu dem Stück in einem Tiroler Fremdenverkehrsort im Jahre 1974 inspiriert, als eine Mutter mit ihrem behinderten Kind aus einem Gasthaus gewiesen wurde, da der Wirt befürchtete, dass sein Geschäft leiden würde. Das Werk spielt in den späten 1970ern in einem kleinen Dorf in Tirol. Das Hauptthema des Werkes ist die Einstellung der Menschen gegenüber Behinderten und die Frage ob sie diese als vollwertige Mitmenschen betrachten. Er möchte mit seinem Stück die Diskriminierung behinderter Menschen in den Siebzigern zeigen. Weiters versucht der Autor den Leser daran zu erinnern, dass es unter uns Menschen gibt, die besondere Hilfe brauchen. Menschen, die alleine nicht mit ihren Problemen klarkommen. Eines der Hauptziele seines Werkes ist jedoch, den Leser zu schockieren. Oft wird ein Mensch nur für vollwertig gehalten, wenn er irgendeine sinnvolle Tätigkeit oder Arbeit machen kann.

Gegenwartsbezug

Heute hat sich die Meinung der meisten Menschen über Behinderte geändert, dennoch sehen viele Menschen Behinderte als Nichtsnutz oder einen Menschen, der weniger wert ist. Deswegen ist das Stück auch heute noch durchaus aktuell.

Literarische Epoche

Zum Teil an alte Traditionen anknüpfend (Nestroy, Brecht) verfassen nach 1945 Österreichische Autoren Volksstücke. Diese dienen entweder der Bewältigung der nationalsozialistischen Vergangenheit oder beschreiben die gegenwärtige soziale Realität von Randgruppen (Helmut Qualtinger, Wolfgang Bauer, Felix Mitterer)

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