Leutnant Gustl

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Leutnant Gustl ist eine Novelle von Arthur Schnitzler, im Jahre 1901 als Erstausgabe mit Illustrationen von M. Coschell unter dem Titel "Lieutenant Gustl" im Verag S. Fischer (Berlin) erschienen.

Der Text, der gänzlich als innerer Monolog gestaltet ist, analysiert die Ängste, Obsessionen und Neurosen eines jungen Leutnants, dessen Nachnamen der Leser nicht erfährt.

Inhalt

Im Anschluss an ein abendliches Konzert, das er gelangweilt verfolgt hat, gerät Gustl, an der Garderobe des Konzerthauses stehend, in einen Streit mit Habetswallner, einem ihm bekannten Bäckermeister. Gustl, ein leicht entflammbarer Charakter, will seinen Säbel ziehen und wird hieran durch Habetswallner, der ihm körperlich überlegen ist, gehindert. Diese Schmach vermag Gustl nicht zu verwinden und beschließt, dem militärischen Ehrenkodex verhaftet, am nächsten Morgen um sieben Uhr Selbstmord zu begehen.

Auf seinem Weg nach Hause durchquert Gustl den Wiener Prater. Der Duft der ersten Frühlingsblumen lässt ihn in seinem Entschluss, Selbstmord zu üben, wanken. Das Wissen, von den Dingen des Lebens Abschied nehmen zu müssen, entfacht in ihm eine neue Lebensgier. Die Erinnerung an seine Familie, insbesondere an seine Mutter und seine Schwester, sowie an diverse, aktuelle und verflossene Geliebte versetzt ihn in tiefe Betrübnis, die er mit der autosuggestiven Feststellung, als österreichischer Offizier zum Selbstmord verpflichtet zu sein, zu betäuben versucht.

Gustl schläft auf einer Parkbank ein und erwacht erst am frühen Morgen. Bevor er nach Hause gelangt, wo er seinen Revolver gegen sich zu richten beabsichtigt, kehrt er in einem Kaffeehaus ein. Der dort arbeitende Kellner Rudolf berichtet Gustl, sein Beleidiger Hebetswallner sei in der Nacht an einem Schlag gestorben. Gustl, über alle Maßen erleichtert, nimmt freudig von seinen Selbstmordplänen Abstand und ergeht sich in Betrachtungen anstehender Unternehmungen. So wird er sich am Nachmittag desselben Tages mit einem Kontrahenten duellieren.

Schnitzlers Novelle wurde 1962 verfilmt, u.a. mit Hans Moser.

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