Objektiv (Philosophie)

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Objektiv bezeichnet die Eigenschaft eines Seienden (z.B. eines Dings, Vorgangs, Zustands, Merkmals), unabhängig vom Subjekt zu sein, sowie eines Wahrnehmungs-, Vorstellungs- oder Denkinhalts, mit dem Erkenntnisobjekt übereinzustimmen, die objektive Realität adäquat wiederzuspiegeln.

Da alle sinnlichen und rationalen Widerspiegelungsformen eine Einheit von objektiven und subjektiven Merkmalen bilden, während das Erkenntnisziel die objektive Wahrheit ist, besteht eine wesentliche Aufgabe des Erkenntnisprozesses darin, die objektiven Merkmale weitestgehend von den subjektiven zu unterscheiden und abzusondern, wobei die Mitwirkung der praktischen Tätigkeit unerläßlich ist und eine entscheidende Rolle spielt. Der Begriff "objektiv" darf weder mit "invariant" noch mit "reproduzierbar" verwechselt werden.

Inhaltsverzeichnis

Auffassung von objektiv in der materialistischen Dialektik

In der materialistischen Dialektik wird "objektiv" in zwei verschiedenen Bedeutungen verwendet:

  • 1. Objektive Existenz bedeutet, daß der gegebene Gegenstand oder die Erscheinung unabhängig vom einzelnen Subjekt und dessen Bewußtsein existiert. In diesem Sinne haben z.B. Naturgesetze eine objektive Existenz.
  • 2. Im Zusammenhang mit der menschlichen Erkenntnis kann von ihrem objektiven Inhalt und Charakter gesprochen werden, und damit ist ihre Objektivität gemeint. Die Objektivität der Erkenntnis besteht darin, daß das Subjekt die objektive Realität adäquat widerspiegelt, daß die Erkenntnis mit dem Objekt (in der Regel) übereinstimmt.

Zur Unterscheidung von objektiv und materiell

"Objektiv" ist nicht identisch mit "materiell". Materiell ist alles, was unabhängig und außerhalb des Bewußtseins schlechthin existiert, im Gegensatz zum Ideellen, welches nur im und durch das Bewußtsein existiert. Objektiv hingegen ist alles, was unabhängig vom Bewußtsein des einzelnen Subjekts existiert. Formen des gesellschaftlichen Bewußtseins, wie die wissenschaftlichen Erkenntnisse, religiöse Lehren, u.a. existieren demzufolge objektiv, da sie unabhängig vom individuellen Bewußtsein sind, haben aber zugleich als Formen des Bewußtseins ideellen und nicht materiellen Charakter.

Zur Unterscheidung von objektiv und real

"Objektiv" ist auch nicht identisch mit "real". Der Inhalt des Begriffs "real" ist weiter als der des Begriffs "objektiv". Real existiert nicht nur das Objektive, das unabhängig vom individuellen Bewußtsein ist, sondern auch das individuelle, subjektive Bewußtsein selbst. "Reales" kann sowohl materiell als auch ideell, sowohl objektiv als auch subjektiv sein. Aus dem Inhalt der Begriffe "objektiv" und "real" ergibt sich als Bestimmung des Objektiv-Realen, soweit es unabhängig und außerhalb jeglichen Bewußtseins existiert, der Begriff des Materiellen.

Zur Bedeutung von objektiv im naiven Realismus und der kritischen Erkenntnistheorie

Im naiven Realismus bedeutet objektiv die Erkenntnis des Gegenstands so, wie sie an sich sind, losgelöst von der Art, wie sie dem Menschen durch die Sinneserkenntnis erscheinen.

In der kritischen Erkenntnistheorie dedeutet objektiv das durch denkende Berabeitung der Gegenstände gewonnene, in Begriffe und Urteile gefaßte Wissen. Objektive Erkenntnis ist dann zwar unabhängig vom erkennenden Subjekt, aber nicht vom erkenntnistheoretischen Subjekt, d.h. unabhängig vom Bewußtsein überhaupt.

Das Objektive ist das an sich Seiende, vom Subjekt überhaupt Unabhängige, sowie seinen Denkinhalten wie Wahrnehmungen, Vorstellungen, Wertungen u.a.

Gegensatz zu objektiv ist subjektiv.

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