Peter Altenberg

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Peter Altenberg (eigentlich Richard Engländer, * 9. März 1859 in Wien, † 8. Jänner 1919 in Wien) war ein österreichischer Schriftsteller.

1859 in Wien als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren, war Altenberg schon zu Lebzeiten eine stadtbekannte Figur, um die sich die Legenden rankten. Nach einigen fehlgeschlagenen Versuchen, ein normales Berufsleben zu beginnen, attestierte ihm ein Arzt die Unfähigkeit einen Beruf auszuüben wegen Überempfindlichkeit des Nervensystem . Seither führte er das Leben eines Bohèmiens und verbrachte die meiste Zeit im Kaffeehaus, wo er auch seine kleinen Prosastücke schrieb.

Er selbst beschreibt den Prozess der Entstehung dieser Texte in einem Brief an Arthur Schnitzler folgendermaßen:

Wie schreibe ich denn?!
Ganz frei, ganz ohne Bedenken. Nie weiß ich mein Thema vorher, nie denke ich nach. Ich nehme Papier und schreibe. Sogar den Titel schreibe ich so hin und hoffe, es wird sich schon etwas machen, was mit dem Titel im Zusammenhang steht. Man muss sich auf sich verlassen, sich nicht Gewalt antun, sich entsetzlich frei ausleben lassen, hinfliegen -. Was dabei herauskommt, ist sicher das, was wirklich und tief in mir war. Kommt nichts heraus, so war eben nichts wirklich und tief darin und das macht dann auch nichts
(Lit.: Altenberg, Brief an Arthur Schnitzler)

Das Werk Peter Altenbergs besteht ausschließlich aus diesen kurzen Prosatexten, die sich nur schwer einer der kanonisierten literarischen Formen zuordnen lassen. Sie werden meistens als “Prosaskizzen” oder “Prosagedichte” bezeichnet. Es sind Momentaufnahmen, die in konzentrierter Form das Leben, die Gesellschaft Wiens um die Jahrhundertwende zeigen. Die Kunst Peter Altenbergs besteht darin, mit wenigen “literarischen Pinselstrichen” ein umfassendes Bild zu schaffen; mit Hilfe von kurzen Andeutungen vor dem Leser, der bereit ist, auch zwischen den Zeilen zu lesen, ein ganzes Panorama der Gesellschaft, ein ganzes Netz von Beziehungen auferstehen zu lassen.

Altenberg versucht nicht, das Leben auf einen ideologischen Nenner zu bringen, sondern zeigt es in seiner ganzen Buntheit, seiner oft widersprüchlichen Vielfalt. Eine wichtige Rolle in seinen Skizzen spielen sinnliche Eindrücke - Farben, Gerüche, Stimmungen. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Impressionismus.

Trotz Erfolges blieb Altenberg von Spenden abhängig, zu denen seine Freunde - u. a. Karl Kraus und Adolf Loos - aufriefen. Nachdem er seine letzten zehn Lebensjahre zu einem großen Teil in Alkoholentzugs- und Nervenheilanstalten verbracht hatte, starb er 1919.

Seine Texte sind in 14 Bänden zusammengefasst, die für Altenberg bezeichnende Titel tragen wie Was der Tag mir zuträgt, Märchen des Lebens, Ashantee, Bilderbögen des kleinen Lebens oder Wie ich es sehe.

Werke (Auswahl)

  • Wie ich es sehe (Prosaskizzen), 1896
  • Ashantee (Prosaskizzen), 1897
  • Was der Tag mir zuträgt (Prosaskizzen), 1901
  • Prodromos (Gesundheitsideen, Modenotizen, Rezepte, Aphorismen, Skizzen, Splitter), 1906
  • Märchen des Lebens (Prosaskizzen), 1908
  • Bilderbögen des kleinen Lebens (Prosaskizzen), 1909
  • Neues Altes (Prosaskizzen), 1911
  • Semmering 1912 (Prosaskizzen), 1913
  • Fechsung (Prosaskizzen), 1915
  • Nachfechsung (Prosaskizzen), 1916
  • Vita ipsa, 1918
  • Mein Lebensabend, 1919

Literatur

  • Peter Altenberg: Brief an Arthur Schnitzler. 1894. In: Gotthard Wunberg (Hrsg.): Die Wiener Moderne. Literatur, Kunst und Musik zwischen 1890 und 1910. Reclam, Stuttgart ISBN 3-15-007742-7
  • Heinz Lunzer: Peter Altenberg - Extracte des Lebens. Einem Schriftsteller auf der Spur. Residenz-Verlag, Salzburg 2003 ISBN 3-7017-1320-0
  • Gisela von Wysocki: Peter Altenberg. Bilder und Geschichten des befreiten Lebens. Europäische Verlags-Anstalt, Hamburg 1994 ISBN 3-434-50049-9 (u. a. Ausgaben)

Weblinks

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