Pulcinella

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Pulcinella

Pulcinella ist ursprünglich eine Figur des süditalienischen und neapolitanischen Volkstheaters. Dort ist er (gesichert seit der Zeit der Renaissance) zumeist als ein schlauer, listiger, grober und zugleich einfältiger und tölpelhafter, gefräßiger Diener bäuerlicher Herkunft zu finden. Die Bedeutung seines Namens wird auf das griechische (Süditalien gehörte lange Zeit dem griechischen Kulturkreis an) Wort für Hühnerdieb zurückgeführt.

Von Süditalien aus beginnt Pulcinella allmählich mit den Wandertruppen der Commedia dell'arte einen Siegeszug nach Norden. Sein ursprüngliches Kostüm war aus grobem Stoff in grünen, braunen oder roten Farben gehalten. Die Gestalt hatte zumeist einen Buckel, häufig eine lange Vogelnase, die ihm einen füchsischen Gesichtsausdruck verleiht. Dieses wandelte sich allmählich zu einem weißen Kostüm mit weiten Ärmeln und einer schwarzen Halbmaske. Gleichzeitig begann Pulcinella sich auch in andere Charaktere zu mutieren. In Frankreich wird er zum Pierrot. Im deutschsprachigen Raum beeinflusste bzw. diente er als Vorlage für die Figuren Hanswurst oder Kasperl im Alt-Wiener Volkstheater. Auch in anderen Ländern hinterlässt er seine Spuren, bei Punch in England, Jan Klaassen in Holland, Mester Jockel in Dänemark oder bei Petruschka in Russland. Allmählich verblasst jedoch ab dem 19. Jahrhundert sein Ruhm und er wird immer mehr von der Bühne verdrängt.

Igor Strawinsky setzt ihm im Jahr 1920 mit seiner Musik zum gleichnamigen Ballett ein Denkmal.

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