Reim

aus TheaterWiki, der freien Wissensdatenbank für Theaterwesen und Schauspielkunst
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Reim ist eine Verbindung von Worten mit ähnlichem Klang, eine Technik die häufig in der Poesie eingesetzt wird. Umgangssprachlich bezeichnet man mit "Reim" auch oft den gesamten gereimten Vers bzw. das Gedicht.
Einsatzzwecke von Reimen sind vor allem sprachliche Schönheit, Komik oder leichtere Merkbarkeit (z. B. in der Werbung; siehe auch Merkspruch)

Inhaltsverzeichnis

Reimformen

Paarreim

  • aa bb cc

Beispiel:
(A) Ich geh' im Urwald für mich hin...
(A) Wie schön, dass ich im Urwald bin:
(B) man kann hier noch so lange wandern,
(B) ein Urbaum steht neben dem andern.
(C) Und an den Bäumen, Blatt für Blatt,
(C) hängt Urlaub. Schön, dass man ihn hat!

(Quelle: Heinz Erhardt: Noch 'n Gedicht und andere Ungereimtheiten 1. Aufl. - Hameln: Niemeyer, 1991)

Kreuzreim

  • abab cdcd

Umarmender Reim

  • abba
ich esse
ich liebe dich
ich liebe mich
ich messe

Haufenreim

Schweifreim

  • aa b cc b

Kettenreim

  • aba bcb cdc d

Binnenreim

  • Der Binnenreim ist ein Reim innerhalb einer Verszeile. Beispiel: Er lief und schlief. Oft sind Binnenreime mit anderen Reimen gekoppelt, so dass ein dreifacher Reim entsteht. Beispiel:
Er lief und schlief
und lachte sich schief.

Die englischen Operettenschreiber Gilbert und Sullivan verwendeten neben Wortspielen auch gerne Binnenreime in ihren Liedtexten. Der folgende Ausschnitt aus einer Parodie darauf von Tom Lehrer zeigt, mit welcher humoristischen Wirkung der Binnenreim genutzt werden kann ("for a rousing finale, full of words and music and signifying - nothing."):

That I missed her depressed her young sister named Esther,
This mister to pester she tried.
Now her pestering sister's a festering blister,
You're best to resist her, say I.
The mister resisted, the sister persisted,
I kissed her, all loyalty slipped.
When she said I could have her, her sister's cadaver
Must surely have turned in its crypt...
(Tom Lehrer, Clementine)

Reimtypen

Stabreim oder Alliteration

  • Gleiche Anlaute der betonten Stammsilben, meist Konsonanten, dienen zur Betonung wichtiger Worte im Versfluss. Bei Vokalen bilden alle Vokale untereinander Alliterationen. Bei Konsonanten wird gegebenenfalls auch der Konsonant der Stammsilbe für die Alliteration betrachtet. Im Neuhochdeutschen ist die Verwendung von Alliterationen selten geworden, hielt sich aber in Redewendungen: ... mit Mann und Maus, heute und hier usw.

Es alliterieren allerdings nur betonte Silben, also beispielsweise nicht "Vernunft und Verstand".

Endreim

  • Gleicher betonter Vokal und gleiche darauf folgende Konsonanten und Vokale im Wortauslaut (gleicher Reim im linguistischen Sinne der betonten Silbe plus gleiche darauf folgende unbetonte Silben). - Dabei ist die Aussprache (nicht die Schreibung) maßgebend. "Sache" reimt sich auf "lache", aber "Sprache" reimt sich nicht (sauber) auf "lache", da die Vokallänge unterschiedlich ist. "Neige" reimt sich in einigen Gegenden auf "reiche". Homophone (Wörter mit gleicher Aussprache, d.h. auch mit gleichen Anfangslauten) werden im Deutschen nicht als Reime betrachtet.

Männlicher oder stumpfer Reim

  • Endreim, besteht aus einer betonten Silbe. Beispiel: Stand / Wand.

weiblicher oder klingender Reim

  • Endreim, besteht aus einer betonten und unbetonten Silbe. Beispiel: machte / lachte

dreisilbiger oder gleitender Reim

Beim dreisilbigen Reim ist der Reim und die Betonung auf der ersten Silbe und die Betonung gleitet über die folgenden Silben. Beispiel: gleitende / reitende. Im Gegensatz zum reichen Reim erscheint der gleitende Reim als reiner Reim.

reiner Reim

  • Endreim, männlich, weiblich, oder mehrsilbig. Für die Reinheit des Reims ist die gesprochene Sprache maßgeblich. Beispiele: Er geht / und fleht. Er richtet/und dichtet.

unreiner Reim

  • Endreim, männlich, weiblich, oder mehrsilbig, beim unreinen Reim stimmen aber Vokale oder Konsonanten (in der gesprochenen Form) nicht überein. Beispiel: Sprache, Lache. Auch Homonyme bzw. Homophone, bei denen alle Laute einschließlich des Anlauts übereinstimmen, werden im Deutschen als unreine Reime betrachtet. Ein unreiner Reim liegt auch vor, wenn sich eine betonte und eine unbetonte Silbe reimen. Beispiel: "Ich warte / und seh"

Assonanz

  • Lediglich die Vokale stimmen überein. Beispiel: Dach/Fahrt

Doppel- und Mehrfachreim

  • Zwei oder mehr Reimwörter reimen sich jeweils. Beispiel mit drei Reimen: Ich gehe in den Wald hinein und werde da wohl bald drin sein.

Schüttelreim

  • Bei zwei Reimwörtern, die sich paarweise reimen, werden jeweils untereinander die Anfangslaute der betonten Silben ausgetauscht. Beispiel: Bleich erglühen/gleich erblühen. (Oft wird das ganze Gedicht als Schüttelreim bezeichnet.)

Reicher Reim

  • Beim reichen Reim, der besonders in französischer Dichtung vorkommt, reimt sich bereits die Silbe vor der letzten betonten Silbe. Beispiel: "la mer / amer". Ein deutscher Reim mit dieser Eigenschaft erscheint oft als "unreiner" Reim. Beispiel: Ich gehe an die Tankstelle, wo ich mich auf die Bank stelle. (falls hier die Hauptbetonung auf der vorletzten und nicht der drittletzten Silbe liegt).


Beispiele für Anwendung von Reimen

In der Werbung

Limerick

  • Ein Limerick ist ein scherzhaftes Gedicht in der Form aabba.

Klapphornvers

  • Ein Klapphornvers ist ein Vierzeiler, meist in der Form aabb, aber auch abab.

Siehe auch

Portal Sprache, Abzählreim

Weblinks

Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Reim aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
odysseetheater
Werkzeuge