Søren Kierkegaard

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Søren Aabye Kierkegaard (* 5. Mai 1813 in Kopenhagen; † 11. November 1855 ebenda) war Philosoph und Theologe.

Kierkegaard war der Sohn eines wohlhabenden Wolltuchmachers. Von 1830 bis 1840 studierte er an der Universität Kopenhagen Theologie. Nach einem Aufenthalt 1841/1842 in Berlin zog er wieder in die dänische Hauptstadt. In seinen meist unter Pseudonym veröffentlichten Schriften zeigte er sich als engagierter Verfechter der Idee des Christentums gegen die Realität der Christenheit - ein Buch mit dem Titel "Tagebuch des Verführers" findet sich allerdings auch unter seinen Werken.

Inhaltsverzeichnis

Philosophische Werke

  • Entweder - Oder I/II (1843, dt. 1904)
  • Furcht und Zittern (1843)
  • Die Wiederholung (1843)
  • Philosophische Brosamen (1844)
  • Der Begriff Angst (1844, dt. 1912)
  • Stadien auf dem Lebensweg I/II (1845)
  • Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu den philosophischen Brocken (1846)
  • Religiöse Druckschriften (1848)
  • Krankheit zum Tode (1849, dt. 1881)
  • Einübung im Christentum (1850)

Denken

Kierkegaards Denken in Sätzen zu beschreiben, ist schwierig. Denn was er zur Geltung bringen wollte, war gerade, dass Wahrheit nicht in Sätzen gelehrt werden könne, sondern eine Bewegung des Menschen in der Zeit sei. In diesen Zusammenhang gehören seine Kategorien "Augenblick", "Wiederholung" und "Sprung" sowie sein pseudonymer, provokanter und paradoxer Stil. Das Wesentliche am Christentum war ihm, dass die Wahrheit in die Zeit gekommen sei und der Mensch nur ein Verhältnis zu ihr haben könne, indem er ihr gleichzeitig werde. Alles andere sei Geschwätz.

Kierkegaards Denken und Stil spiegelt das Lebensdrama des Philosophen, das selbst paradox war. Es spielte sich ab zwischen einem Gott, der ihm, verzerrt durch erworbene Zerstörungen seiner selbst, nur als zorniger Richter erschien, und einer Welt, zu der ihm seine anerzogene Eingeschlossenheit und Hyperreflexivität den Zugang verwehrte.

Zitate

  • "Was aber ist denn dies mein Selbst? Wollte ich von einem ersten Augenblick sprechen, einem ersten Ausdruck dafür, so ist meine Antwort: es ist das Abstrakteste von allem, das doch in sich zugleich das Konkreteste von allem ist - es ist die Freiheit.": Sören Kierkegaard, Entweder - Oder
  • "Ich sehe mich zuweilen umgeben von einer greulich phrasenhaften Gestalt - ich möchte sie ein Kompendium eines Menschen nennen - einen kurzen Inbegriff - einen beliebig langen dünnen Mann, den jedoch die Natur gleichsam bei jedem Fortschritt aufgehalten hat ... und jede Rede beginnt er mit einem vielversprechenden Vordersatz, so dass man in der Hoffnung bereits einen ungeheuren Maßstab anlegt, aber siehe, es kommt zu nichts." (Pap.II A 609)
  • "Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dass sie uns kritisiert"
  • Seine letzten Worte: "Fegt mich weg!"

Siehe auch:

Weblinks


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