Sittlichkeit

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Der Begriff Sittlichkeit beschreibt das Regelwerk einer menschlichen Gemeinschaft, das deren moralisches, gesellschaftliches und sexuelles Zusammenleben maßgeblich beeinflusst.

Ziel der Sittlichkeit ist es, dem Individual-Egoismus Grenzen zu setzen, damit der Gemeinschaft durch eigensüchtige Handlungen Einzelner kein Schaden entsteht. Einem zu detaillierten sittlichen Regelwerk droht oft, dass es sich zeitlichen Veränderungen desto schwerfälliger anpassen kann, aus je mehr Regeln es besteht - Folge: zu viele "gute alte Sitten" werden zu schnell abgelegt, die sittlichkeitsüberbringende ältere Generation verzweifelt angesichts dessen, Kulturpessimismus droht.

Im schlechteren Fall kann eine "offizielle" Sittlichkeit von gesellschaftlichen Entscheidern bewusst repressiv festgelegt werden und die Werte-Auffassungen einer ganzen Gesellschaftsgruppe beschneiden bzw. deformieren (z. B. der sittliche Katalog für Frauen in fundamentalistischen Gemeinschaften jeglichen Glaubens). In traditionell männerbestimmten Gesellschaften wird den Frauen stets mehr Sittlichkeit (vor allem sexuelle) abverlangt. Männliche Vergehen gegen die Sittlichkeit (z. B. Korruption in Ämtern, Fremdgehen, Respektlosigkeit ggü. Frauen) werden hingegen oftmals als "Kavaliersdelikt" abgetan bzw. nicht adäquat verurteilt. Die Frauen sind laut gesellschaftlicher Ordnung für das generelle Funktionieren aller basischen Vorgänge des Alltags verantwortlich, diese wiederum sind stark abhängig vom Einhalten des sittlichen Kanons. So verbergen sich in dem Begriff Sittlichkeit nicht zufällig "Kardinaltugenden" wie

  • Keuschheit und eheliche Treue (Garanten für eine sicher bestimmbare Nachkommenschaft)
  • Sparsamkeit (Garant für eine volle Vorratskammer)
  • Höflichkeit/Gutes Benehmen (Garanten für die soziale Achtung)

und - in diesem Fall überwiegend den Männern zugeordnet:

  • Gehorsam vor Autoritäten (Garant für die Erhaltung der bürokratischen und militärischen Hierarchie).

Als Bindemittel zwischen diesen geschlechterspezifischen Zuteilungen sei aber auch die sittliche Tugend des männlichen Respekts vor der Frau genannt.

Alle genannten Tugenden sind in im neuzeitlichen Alltag zu kaum noch erkennbaren Anteilen geschrumpft - man könnte daraus folgern, dass in der westlichen, multimoralischen Überfluss- und Mediengesellschaft eine Überarbeitung und Erneuerung ihres sittlichen Kataloges erforderlich ist.

Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Sittlichkeit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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