Stiller

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Stiller gilt als einer der Schlüsselromane des 20. Jahrhunderts, der dem Schweizer Schriftsteller Max Frisch 1954 zum Durchbruch verhalf. Die in diesem Werk in Tagebuchform behandelte Identitätsproblematik ist auch in den anderen Romanen Frischs als Schlüsselfunktion zu erachten.


Inhaltsverzeichnis

Inhalt

"Erstes Heft"

Das Buch beginnt mit dem von einer noch unbekannten Person ausgesprochenen Satz: "Ich bin nicht Stiller! ", gleichzeitig wird hiermit deutlich, wieviel der erwähnten Person an der Richtigkeit dieser Aussage liegt. Die Person beginnt mit Tagebuchaufzeichnungen nach gerade einer Woche Haft in einem Zürcher Gefängnis, welche aufgrund einer Ohrfeige an einem Polizeibeamten, der die besagte Person wegen eines augenscheinlich falschen amerikanischen Passes kontrollieren wollte, verhängt wurde. Zu seinen für ihn wichtigen Kontaktpersonen gehören in dieser Zeit sein Wärter Knobel sowie sein Offizialverteidiger Dr. Bohnenblust. White, so der Name der Person die man für Stiller hält, beginnt damit, Knobel Mordgeschichten zu erzählen, welche dieser für durchaus wahrheitsgetreu empfindet und White damit ein aufmerksamer Zuhörer ist. Knobel ist zu dieser Zeit, im Gegensatz zu White's Verteidiger, der Einzige, welcher ihm die Identität Stillers nicht aufzwingt. Sein Verteidiger nennt, entgegen jeglichen Versuchen seitens White ihn nicht Stiller zu heißen, als denselben und verhindert somit ein gesundes Gesprächsklima zwischen ihm und seinem Mandanten. Es werden einige Photos von White gemacht um sie Stillers Gemahlin Julika Stiller-Tschudy zwecks einer Identifizierung ihres Gatten nach Paris zu schicken. Anders als in Dr. Bohnenblust findet White in seinem Staatsanwalt einen offenen und interessierten aber dennoch skeptischen Gesprächspartner, welcher die von White gesprochenen Worte, er sei der Mörder seiner Ehefrau, sofort versteht. Zwischenzeitlich erhält der Gefangene einen Brief von Stillers Bruder Wilfried, in dem dieser die Absicht ankündigt ihn zu besuchen. White erzählt seinem Verteidiger Erlebnisse aus seinem Mexiko Besuch. Frau Julika Stiller-Tschudy besucht den Erzähler erstmals in seiner Zelle, wobei dieser sich weiterhin weigert Stiller genannt zu werden, er fühlt sich aber erotisch sehr angezogen von Frau Julika. Inzwischen hat sein Verteidiger einen Lokaltermin in Stillers verlassenem Atelier angeordnet, doch es kommt zu einem Besuch des Sanatoriums in Davos, wo Stiller Julika damals besucht hatte. Nun geschieht etwas merkwürdig erscheinendes; der Erzähler spricht die Worte: " Meine Angst: Die Wiederholung!". Man fragt sich nun an was sich White erinnern mag, ist er doch nach eigener Aussage nicht Stiller. Julika hinterlegt eine Kautionssumme, welche es dem Gefangenen ermöglicht, an ihrer Seite das Gefängnis befristet zu verlassen. Sie machen daraufhin einige gemeinsame Spaziergänge und es kommt zu einer Liebeserklärung an Julika, er geht nun seinerseits zum künftigen "Du" in ihrer Beziehung über.

Damit endet das "Erste Heft" aus den Tagebuchaufzeichnungen Erzählers. Obwohl der Verteidiger dieses durchgelesen hatte, sah er keinen Nutzen darin, der Erzähler schreibt dennoch weiter über Dinge, die dem Verschollenen widerfahren sind. Damit beginnt das "Zweites Heft".

Stiller lernte Julika im Ballett kennen, sie war damals 23 Jahre alt und ein hoffnungsvolles Talent. Die beiden heiraten und anfangs scheint es eine hoffnungsvolle Ehe zu sein, doch Stiller hat mit seiner Arbeit nicht den erhofften Erfolg und als Julika trotz ihres Tuberkulose-Leidens hart an ihren Ballettkünsten feilt kommt es zu Differenzen zwischen den beiden. Als nun eine anonyme Rivalin Stiller zu umwerben scheint, muss Julika wegen ihres Lungenleidens Aufenthalt in Davos nehmen. In dieser Zeit wachsen Stillers Schuldgefühle gegenüber Julika. Gelegentlich kommt Streit auf ums Geldausgeben. Es fällt auf, wie egozentrisch Stillers Wesen ist, so fühlt er sich beispielsweise wie von Feinden umgeben, wenn Freunde ihn wohlmeinend darauf ansprechen, wie ungerecht er Julika teilweise behandelt. Julika findet in einem Patienten des Sanatoriums für kurze Zeit (er verstirbt) einen teilnahmsvollen Gesprächspartner. Stiller besucht sie sehr selten und macht ihr, nachdem sie aus Davos zu fliehen versucht hatte, in einem lieblosen Brief statt Hoffnung unbegründete Vorwürfe. Als er sie nach drei Wochen besuchen kommt (es ist Stillers letzter Kontakt zu ihr) erzählt er lediglich über sich selbst einschließlich der Spaniengeschichte, welche an dieser Stelle vom Erzähler nachgereicht wird.(Stiller brachte es als freiwilliger Soldat nicht über sich, vier spanische Soldaten aus einem Hinterhalt heraus zu erschießen, und redet sich vor Zuhörern mit dem angeblichen Versagen seines russischen Gewehrs heraus.) Er offenbart ihr den Bruch seiner Beziehung zu Sibylle und möchte sie in diesem Zusammenhang nun auch endgültig verlassen. "Drittes Heft"

Mit verschiedenen Mitteln versucht man Stiller/White von seiner wahren Identität zu überzeugen. Dieser erzählt dem Wärter Knobel inzwischen eine abenteuerliche Geschichte, die er angeblich in den USA erlebt habe: Als Cowboy entdeckt er eine riesige unterirdische Tropfsteinhöhle, welche er nun mit seinem Freund zu erkunden gedenkt. Doch als sich dieser ( in der 67sten Stunde ihres Unternehmens ) den Fuß bricht, kommt, aus Angst voreinander, Feindschaft zwischen ihnen auf, welche letztendlich zu einem erbitterten Ringkampf zwischen den beiden führt, aus dem Jim White als Sieger hervorgeht. Auf Knobels Frage, ob er denn wirklich Jim White sei, weicht der Erzähler zum ersten Mal verbal von dieser Fiktion ab.

Julika besucht den Erzähler häufig und sie verbringen einige gemeinsame Nachmittage. Mittlerweile ist bewiesen, dass der Pass auf den Namen White unecht ist. Stiller hat einige Konversationen mit seinem Staatsanwalt (Sibylle ist dessen Gattin) und militärische Träume.

Er tischt seinem Staatsanwalt und inzwischen Freund eine Lügengeschichte über Stillers angeblich verstorbenen Vater auf. Selbst Knobel nennt White inzwischen Stiller, ein weiteres Indiz für dessen zunehmende Unglaubwürdigkeit. "Viertes Heft"

Rolf, Stillers Staatsanwalt, erzählt Stiller ein Erlebnis, welches ihm während eines Genua Aufenthaltes widerfuhr: seine Frau Sibylle hatte offensichtlich ein Verhältnis mit einem Fremdem, wollte dies jedoch noch nicht zugeben. Rolf ist ohne ersichtlichen Grund nach Genua gefahren und fällt dort einer Gaunerei zum Opfer, welche ihn 20.000 Lire kostet und wofür er im Gegenzug in Besitz eines angeblichen Herrenkleiderstoffes, der sich als unverkäuflich erweist und am Ende in einer Toilette sein einsames Dasein fristet, kommt. Rolf macht sich in dieser Zeit Gedanken über seine Ehe, die er immer so geplant hatte, was ihn dazu verführte, sich über Differenzen in Selbiger den Kopf nicht zu zerbrechen. Sibylle hat mittlerweile ein Kind geboren. Rolf kehrt nach Hause zurück, wo er sogleich damit beginnt, seinen Architekten, der dabei ist ihr (Rolfs und Sibylles) neues Heim zu erschaffen, der Liebschaft mit seiner Frau zu verdächtigen. Rolf ist zu diesem Zeitpunkt noch kein Staatsanwalt, wird jedoch später zu diesem ernannt. Einmal hat er telefonisch Kontakt mit Stiller, welchen er als den "Maskenball-Pierrot", der Sibylles Liebhaber zu sein scheint, identifiziert. Es zeigt sich immer mehr der Scheidungswille bei Sibylle, sie ist hin- und hergerissen zwischen Rolf oder Sturzenegger (der Architekt). "Fünftes Heft"

Der Verteidiger Stillers organisiert ein Treffen mit Kritikern von dessen Kunst. Stiller bekommt von einem Ehepaar, dessen homosexueller Sohn sich tötet und der zuvor ein ausführliches Gespräch mit Stiller geführt hatte, Besuch und soll deren Fragen beantworten. Wie so oft rettet er sich in Ausflüchte. Er träumt von Julika, die um Erlösung von einem Zwang fleht und besucht Sibylle in der Frauenklinik. Ein Zahnarztbesuch kann Stillers Identität nicht lüften, da der alte Praxisinhaber verstorben ist und der neue ihn nicht kennen kann. "Sechstes Heft"

Es wird Stillers Atelier beschrieben. Sibylle besucht ihn dort und er erzählt ihr unter anderem die "Spaniengeschichte", welche Sibylle hinterher zu deuten versucht. Dies missfällt Stiller offensichtlich, er kann nicht mit ihr übereinstimmen. Später unternehmen sie noch einen nächtlichen Ausflug und verbringen die Nacht gemeinsam. Sibylle gesteht Rolf ihr Verhältnis zu Stiller worauf Rolf verreist. Sie beschließt sich mit Stiller nach Paris zu begeben, dieser möchte jedoch zuvor Julika einen längst fälligen Besuch im Sanatorium abstatten.

Jener Sommer wird hier aus der Perspektive Sibylles heraus geschildert, wie man ihn auch schon vom Staatsanwalt kennt. Sibylle leidet unter der scheinbaren Gleichgültigkeit ihres Ehemanns gegenüber der Beziehung zu Stiller. Sie wird schwanger von ihm was er jedoch nicht erfährt. Stiller, welcher unverrichteter Dinge aus Davos zurückkehrt ist, reist nun, da er Sibylle eröffnet hat, nicht sie, sondern geschäftliche Gründe hätten ihn zur Reise nach Paris veranlasst, worauf sie sich entscheidet, ihn nicht zu begleiten, allein nach Paris und hofft sie werde noch nachkommen. Sie treibt jedoch heimlich ihr Kind von Stiller ab, so dass auch Rolf niemals etwas davon erfahren wird. Es kommt zu einer verbalen Konfrontation zwischen den Ehepartnern, die für Sibylle jedoch nicht die erhoffte Lösung bringt.

Eine Art Zwischenmitteilung nennt Freitag als Termin für die Konfrontation zwischen Stiller und dem Landwirt Wilfried Stiller.

Die Beziehung Stiller - Sibylle bröckelt, sie sagt ihm bei einer Zusammenkunft, sie habe ihn sehr geliebt. Stiller beendet endgültig das Verhältnis zur todkranken Julika, worauf ihm dies von Sibylle als "Mord" vorgeworfen wird. Er schenkt Sibylle ein Parfüm, das er unter grotesken Umständen am Place Vendome ausgewählt hat. Sibylle gesteht Stiller, ihn mit zwei weiteren Männern betrogen zu haben, worauf ihre Beziehung noch einmal merklich abkühlt. Sie reist daraufhin mit ihrem Sohn Hannes nach Amerika, wo sie eine gutbezahlte Stelle findet und wohnhaft wird. Mehrmals meint sie, Stiller in New York gesehen zu haben. Amerika beginnt ihr zu gefallen, dennoch vermisst sie die "europäische Atmosphäre" mit ihrer "menschlichen Wärme" und ihrem Gefühlswert. Als Rolf sie unerwartet besucht, versöhnen sie sich. "Siebentes Heft"

Beim Zahnarzt wird dem Erzähler der Röntgenstatus des Verschollenen vorgehalten. Er stimmt nicht mit dem des Erzählers überein, dennoch wird er mit "Herr Stiller" angesprochen. Eigentlich ist es für den Erzähler nur wichtig, von Julika nicht verwechselt zu werden. Rolf eröffnet ein Gespräch mit dem Satz. "Die weitaus meisten Menschenleben werden durch Selbstüberforderung vernichtet." Es geht um Lebenslüge und Selbstentfremdung, Selbstüberforderung und Selbstannahme; das Wort "Den lieb ich, der unmögliches begehrt" aus Faust II steht in Rede, ebenso wie Selbsterkenntnis und die Existenz einer absoluten Realität, die menschlicher Deutung entzogen bleibt. Stiller fragt sich, warum Rolf das Wort "Gott" konsequent vermeidet. Er bekennt sich zum Motiv seiner Wünsche und Hoffnungen: "Ich bin ganz einfach nicht bereit, ein nichtiger Mensch zu sein."(S.320) Julika, mittlerweile wieder den Umständen entsprechend lebensfähig, weilt noch immer in Paris. Stiller besucht gemeinsam mit Wilfried das Grab der vor vier Jahren verstorbenen Mutter. Sie sprechen über ihre Erinnerungen. Gegenüber Bohnenblust verweigert Stiller plötzlich das Bekenntnis seiner Identität. Er wartet auf einen Brief von Julika. Freunde von früher suchen Stiller im Gefängnis auf; er spricht sie mit dem unvertrauten "Sie" an und empfindet sich "nicht wirklich als ihren Freund" (S.329). Er träumt, Julika habe ihn verraten. Er muss in einem Lager als Häftling Fotos an Baumstämme zwecken, er tut dies auch mit einem Foto von Julika. Stiller nennt Julika, in einer einem Tagtraum ähnelnden Erinnerung, eine Frau, "die noch nie geliebt worden ist und noch nie geliebt hat".(S.336) Er beschließt, Julika seine Liebe zu gestehen, gesetzt den Fall, wenigstens sie hält ihn nicht für den verschollenen Stiller. Stiller bekommt Mitteilung durch seinen Verteidiger, dass das Plädoyer fertig sei. Bei einer Befragung durch seinen Staatsanwalt erkennt Stiller in dem Direktor Schmitz den "Haarölgangster", den er, nach einer seinem Wärter Knobel erzählten Geschichte, angeblich auf Jamaika ermordet habe, wieder. Schmitz hatte ihm seinerzeit das halbe Honorar für eine Auftragsarbeit vorenthalten und den völlig Mittellosen auf den Klageweg verwiesen, wohl wissend, dass dafür kein Geld vorhanden war.

Rolf kündigt einen Lokaltermin in Stillers Atelier an. er plädiert an Stiller, seine Identität bereits vor der Verhandlung auszusprechen. Stiller erwidert: "Wenn sie mein Freund sind, müssen sie auch meinen Engel in Kauf nehmen."(S.351) Was er mit dem Engel meint, kann er nicht erklären, denn "...sobald ich ihn zu schildern versuche, verläßt er mich..."

Am Nachmittag im Atelier findet sich alles so, wie es Sibylle beschrieben hatte. Nachdem man seinen Vater hereinführt, verwüstet Stiller, im Zuge eines aus dieser unverschämten Geste des Verteidigers resultierenden Tobsuchtsanfalls, fast das gesamte künstlerische Werk des Verschollenen.

Es folgt eine Kernstelle des Romans. Aus dem Gefühl heraus gegenüber dem Lauf der Dinge ohnmächtig zu sein, gesteht Stiller ein: Vor zwei Jahren hatte er versucht sich das Leben zu nehmen. Ein Streifschuss hatte ihn verletzt, und er lernte das schreckliche Gefühl kennen, "plötzlich nichts mehr zu können", auch nicht zu sterben.(S.375) Für den damals Achtunddreißigjährigen war der Misserfolg des Suizid-Versuchs gleichzeitig der Beginn eines neuen Lebens.

Das gerichtliche Urteil lautet wie erwartet: Stiller hat Stiller zu sein und außerdem einen durch Mahnungen und Gerichtskosten entstandenen Geldbetrag zu bezahlen. Nachwort des Staatsanwalts

Rolf nennt Stillers Verstummen in der Freiheit den entscheidenden Schritt zu seiner inneren Befreiung. Zusammen mit Julika wohnt er in einer kleinen Pension am Genfer See. Es kommt zu einem seltenen Besuch der beiden durch Rolf und Sibylle. Später ziehen Stiller und Julika in ein Haus, von dem er Rolf als "das Haus unseres Lebens" berichtet. Bei einem Besuch kommt es zu einem Gespräch zwischen Julika und Rolf, in dem sie ihm ihre ganze Not schildert: Stiller drängt sie dazu, eine Ballettschule zu eröffnen und möchte sie permanent verändern. Des Weiteren verlangt Julika's Gesundheitszustand eine umgehende Transplantation des linken Lungenflügels.

In einem nächtlichen Gespräch zwischen Rolf und Stiller bekennt dieser: "Ich habe diesen Menschen (Julika) kaputtgemacht..."(S.414) Er ist überzeugt: "....sie will sterben!"(S.416)

Stiller's Fazit aus ihrer Beziehung: "Ein gegenseitiges Opfer, wobei beide draufgehen".(S.420)

Dieses Gespräch fand statt, während Julika operiert worden war und nun noch im Krankenhaus lag. Am anderen Morgen fahren Rolf und Sibylle in die Klinik. Julika ist tot. Als sie zu Stiller zurückkehren bedarf es kaum der Worte, er sieht ihnen an was geschehen ist.

Später kommt es zu keinen Gesprächen mehr zwischen Rolf und Stiller.

"Stiller blieb in Glion und lebte allein".(S.432)

Aufbau und Stil

Der Roman ist - wie bereits erwähnt - in Tagebuchform geschrieben, so kennt man nur die einseitige Sicht der Dinge der Hauptperson White/Stiller. Durch das Bestreiten der eigentlichen Identität ergibt sich erst am Ende eine zusammenhängende Geschichte für den Leser. Diese einseitige Schilderung und das Geheimnis um die Identität des Protagonisten bewirkt, dass der Leser sehr gut in Geschichte und Handlung mit einbezogen wird, denn schließlich will auch er hinter das Geheimnis kommen.

Interpretationsmöglichkeiten

Die Kernaussage des Buches ist, dass es unmöglich ist, durch das Annehmen einer neuen Identität eine neue Person zu werden. Stiller stellt somit auch den ersten modernen Gesellschaftsroman dar, der aktuelle Themen wie Identität oder Selbstverwirklichung zum Gegenstand hat. Frisch greift sogar etwas seiner Zeit voraus, da sich gerade sein Werk Stiller auch auf den aktuellen Realitäts- und Identitätsverlust unserer heutigen Gesellschaft hin interpretieren lässt.

Entstehungsgeschichte

Frisch schrieb Stiller in weniger als einem Jahr. Das Werk wurde 1954 erstmals im Suhrkamp-Verlag veröffentlicht. Wie seine anderen Hauptwerke - Homo Faber und Mein Name sei Gantenbein - ist der Protagonist mit seinem Leben unzufrieden und möchte ausbrechen. Dieses Ausbrechen-Wollen aus dem eigenen Leben trägt durchaus autobiographische Züge.

Wirkungsgeschichte

Stiller war für Frisch der Durchbruch als Romanschriftsteller. Das Werk wurde in mehrere Fremdsprachen übersetzt und mit Literaturpreisen wie dem Schiller-Preis oder dem Wilhelm-Raabe-Preis ausgezeichnet.

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