Terzine

aus TheaterWiki, der freien Wissensdatenbank für Theaterwesen und Schauspielkunst
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Terzine (italienisch terza rima) ist eine aus Italien stammende Gedichtform. Sie wurde von Dante Alighieri erfunden und bildet das Versschema der "Göttlichen Komödie".

Terzinen bestehen aus drei Verszeilen, die im Kettenreimschema aba-bcb-cdc-ded gekoppelt sind. In der italienischen Dichtung hat eine Zeile meist elf Silben (endecasillabo), im Deutschen und Englischen dominiert der zehnsilbige iambische Pentameter.

Nach Dante dichteten unter anderem Petrarca und Boccaccio in Terzinen. In der englischen Dichtung war die Verwendung von Terzinen ein schwierigeres Unterfangen, da Englisch im Gegensatz zu Italienisch keine flektierende Sprache ist und somit die Anzahl der möglichen Reimwörter ungleich kleiner ist. Chaucer führte sie im 14. Jahrhundert dennoch in die englische Dichtung ein (Complaint to His Lady). Später schrieben unter anderem John Milton, Lord Byron und Percy Bysshe Shelley, im 20. Jahrhundert unter anderem William Carlos Williams und T. S. Eliot in dieser Form. Hugo von Hofmannsthals Gedicht Terzinen über Vergänglichkeit verwendet nicht das für Terzinen übliche Kettenreimschema.

Beispiele

Die ersten Zeilen aus Dantes Göttlicher Komödie:

Nel mezzo del cammin di nostra vita
mi ritrovai per una selva oscura
ché la diritta via era smarrita.
Ahi quanto a dir qual era è cosa dura
esta selva selvaggia e aspra e forte
che nel pensier rinova la paura!
Tant'è amara che poco è più morte;
ma per trattar del ben ch'i' vi trovai,
dirò de l'altre cose ch'i' v'ho scorte.
Io non so ben ridir com'i' v'intrai,
tant'era pien di sonno a quel punto
che la verace via abbandonai.

Aus Shelleys Ode to the West Wind:

O wild West Wind, thou breath of Autumn's being,
Thou, from whose unseen presence the leaves dead
Are driven, like ghosts from an enchanter fleeing,
Yellow, and black, and pale, and hectic red,
Pestilence-stricken multitudes: O thou,
Who chariotest to their dark wintery bed
The winged seeds, where they lie cold and low,
Each like a corpse within its grave, until
Thine azure sister of the Spring shall blow
Her clarion o'er the dreaming earth, and fill
(Driving sweet buds like flocks to feed in air)
With living hues and odours plain and hill:
Wild Spirit, which art moving everywhere;
Destroyer and preserver; hear, oh, hear!

Aus Goethes Im ernsten Beinhaus war's:

Im ernsten Beinhaus war's, wo ich beschaute
Wie Schädel Schädeln angeordnet paßten;
Die alte Zeit gedacht' ich, die ergraute.
Sie stehn in Reih' geklemmt' die sonst sich haßten,
Und derbe Knochen, die sich tödlich schlugen,
Sie liegen kreuzweis, zahm allhier zu rasten.
Entrenkte Schulterblätter! was sie trugen
Fragt niemand mehr, und zierlich tät'ge Glieder,
Die Hand, der Fuß, zerstreut aus Lebensfugen.
Noch spür ich ihren Atem auf den Wangen:
Wie kann das sein, daß diese nahen Tage
Fort sind, für immer fort und ganz vergangen?
Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Terzine aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
odysseetheater
Werkzeuge