Theater an der Wien

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Der Textdichter von Wolfgang Amadeus Mozarts "Die Zauberflöte" Emanuel Schikaneder war begütert genug, in Wien 1798 einen großen Theaterbau in Mariahilf, an der linken Wienzeile nach Plänen von Franz Jäger zu beginnen, darum Theater an der Wien. Die Wien vor dem Theater ist heute jedoch kanalisiert und darüber der Lebensmittelmarkt "Naschmarkt" errichtet (ursprünglich von Aschmarkt - Asch = Milcheimer). Der 1801 im Empirestil vollendete Bau ist außen heute nur noch an der Millöckergasse erhalten, wo das Papagenotor den Erbauer als Papageno mit seinen Kindern als "Drei Knaben" in der Zauberflöte zeigt.

Von Anfang an war das Theater an der Wien Ort von Uraufführungen:

Nach Stücken u.a. von Nestroy folgte die "Goldene Operettenzeit" mit Werken von Johann Strauß (Sohn), später die "Silberne" mit Franz Lehár und Karl Millöcker als namhafteste Vertreter.

In den vergangenen Jahren erlangte das Theater neue Berühmtheit durch Musical-Uraufführungen. Ab 1983 war Peter Weck Intendant des Hauses, der das Musical hier zur Blüte führte. Unter Peter Weck gelangte u.a. auch das Musical "Cats" von Andrew Lloyd Webber hier am 24. September 1983 zur deutschen Erstaufführung. Während das die Psychoanalyse Sigmund Freuds aufgreifende Musical "Freudiana" von Eric Woolfson nur begrenzten Erfolg zeigte, wurde Ende der 80er Jahre das Musical "Elisabeth" von Michael Kunze und Sylvester Levay zu einem jahrelangen Dauerbrenner und bald zum erfolgreichsten deutschsprachigen Musical aller Zeiten, mit weltweit bereits mehr als 5 Millionen Besuchern. Das Musical schildert das Leben der Kaiserin Elisabeth von Österreich als Totentanz und die Vermählung mit dem Tod als "Happy End". Die Wiederaufnahme des Erfolgsstücks Elisabeth im Herbst 2003, feierte die österreichische Post mit der limitierten Auflage einer eigenen Briefmarke. Ebenfalls von Kunze/Levay stammt das Musical "Mozart!", welches am 12. Oktober 1999 im Theater an der Wien uraufgeführt und bis zum Mai 2001 gespielt wurde. Mozart! wurde zum besten Musical 2000 gewählt.

Restaurative Wiener Bestrebungen plädieren jedoch seit längerer Zeit dafür, aus dem Uraufführungstheater ein Theater der Traditionspflege werden zu lassen. Ab dem Mozartjahr 2006 wird darum Mozart im Theater an der Wien nicht als Musical, sondern nur im Original zu hören sein und künftig werden nur noch Opern dort gepielt.

Seit 1962 dient das Theater an der Wien in den Sommermonaten alljährlich auch den Wiener Festwochen als Spielstätte.


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