Theaterwissenschaft
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Die Theaterwissenschaft (TW) ist die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit theatralen Phänomenen von der Antike bis zum Cyberspace beschäftigt. Dabei werden sowohl Autoren und Werke wie auch Ereignisse (Theateraufführungen) behandelt, aber auch Themen aus der Theaterpraxis (Programmhefterstellung usw.). Der promovierte oder diplomierte Theaterwissenschaftler kann als Regisseur oder Intendant am Theater arbeiten.
Ein Teilbereich ist die Theaterpädagogik bzw. Theatertherapie, die mit der Vermittlung von Theater-Methoden, aber auch dem Einsatz des Theaters in der Bildungsarbeit und in der Gesellschaft befasst ist.
Die Theaterwissenschaft als eigenständige universitäre Disziplin ist vergleichsweise jung (Anfang 20. Jh.); ihre ersten akademischen Vertreter (zum Beispiel Artur Kutscher) kommen nicht zufällig aus der Germanistik. Mit der "zwanghaften Negativbindung an die Germanistik" (zitiert nach dem habilitierten Theaterwissenschaftler und Dramatiker Jürgen Hofmann) hat die Theaterwissenschaft in Inhalt und Methode noch bis heute zu kämpfen, da sich das Theater als kulturelles (und gesellschaftliches) Phänomen substanziell vom bloßen Drama (als nur ein Bestandteil des theatralen Ereignisses, und in archaischen oder modernen Formen nicht einmal das) unterscheidet. Da das geschriebene Drama dem wissenschaftlichen Zugriff (der Analyse) am einfachsten - und zwar über die Jahrhunderte hinweg - zugänglich ist, wird auch heute noch vielfach Theaterwissenschaft als Literaturwissenschaft (Dramenanalyse) betrieben. Schon Lessing dagegen spricht von der Theateraufführung zurecht als einem "transitorischen Kunstwerk", also einem Kunstwerk, das im Moment seiner Vollendung auch schon verschwunden und so nicht mehr herstellbar ist. Theaterwissenschaft verstanden als Wissenschaft, die Ereignisse - also Aufführungen - analysiert und interpretiert wird heute vielfach und zunehmend prominent.
Grob gliedern lässt sich die Theaterwissenschaft in Theatergeschichte, Theater-/Dramentheorie/Dramaturgie/Ästhetik und gegebenenfalls praktische Übungen.
Zwar sind theaterwissenschaftliche Kenntnisse für viele Regisseure und Dramaturgen von Vorteil, Voraussetzung für diese Tätigkeiten ist diese jedoch nicht. Erfahrungsgemäß wird das Studium der Theaterwissenschaft häufig unter falschen Voraussetzungen begonnen: Es handelt sich bei ihr als geisteswissenschaftliche Disziplin tatsächlich um die WISSENSCHAFT vom Theater; sie bietet keine Ausbildung für den späteren Theaterpraktiker als Regisseur, Dramaturg oder Schauspieler (wenn auch praktische Übungen durchaus Bestandteil des Studiums sein können)
Heute beschäftigt sich die Theaterwissenschaft zunehmend über das Theater hinaus mit Medien wie Film, Fernsehen, Hörfunk etc.
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