Vokal

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Ein Selbstlaut oder Vokal (v. lat.: vocalis [littera] = tönender Buchstabe; zu vox Stimme) ist ein Laut, bei dessen Artikulation die Atemluft weitgehend ungehindert ausströmen kann.

Zur Darstellung aller Vokale wird das Vokaldreieck oder Vokaltrapez benutzt. In ihm sind die Vokale nach ihrer Bildung im Mundraum von "offen" (beispielsweise "a") nach geschlossen (beispielsweise "i", "u") angeordnet, und werden unabhängig davon in vorne ("e", "i") oder hinten ("o", "u") im Mundraum entstehend unterteilt. Neben den dem Deutschen bekannten Vokalen ("a", "e", "i", "o" und "u") treten auch die Umlaute "ö" und "ü" (sie entsprechen den Vokalen "e" und "i" mit zusätzlich gerundeten Lippen) und die Diphthonge ("ei", "ai", "eu", "äu") im Vokaltrapez auf.

Vokale
 
  vorne   zentral   hinten
geschlossen iy   ɨʉ   ɯu
fast geschlossen   ɪʏ   ʊ  
halbgeschlossen eø   ɘɵ   ɤo
mittel     ə    
halboffen ɛœ   ɜɞ   ʌɔ
fast offen æ   ɐ    
offen aɶ       ɑɒ
 
Bei Symbolpaaren stellt das jeweils Linke den ungerundeten und das Rechte den gerundeten Vokal dar.

In einigen Sprachen gibt es auch die vokalische (silbische) Form von l, m, n, ng und r, beispielsweise l und r im Tschechischen und Kroatischen (Ort <Plzeň>, Insel <Krk>). Auch im Deutschen kommen diese Laute vor (allerdings nur in unbetonter Silbe): so in der Standardaussprache der Endungen -em, -en und -el/-l nach Konsonanten (silbisches m: <großem>, <leben>, n: <reden>, ng: <liegen>, l: <Apfel>, <Dirndl>). Zusätzlich werden Vokale in vielen Sprachen nach ihrer Länge (Vokalquantität) in kurze oder lange Vokale unterteilt. Im Deutschen ist dieses Merkmal bedeutungsunterscheidend: den Buchstaben a, e, i, o, u, ä, ö und ü entspricht jeweils ein kurzer und ein langer Vokal, wobei kurzes e und kurzes ä in den meisten Varietäten des Deutschen zusammenfallen und gleichlautend sind ("Lerche" und "Lärche"). Somit hat die deutsche Sprache 15 vokalische Foneme, beziehungsweise wenn man auch dem Schwa (e in <Hütte>, <Gebrauch>) Fonemstatus zubilligt, 16 Vokalfoneme (nicht mitgezählt Vokale aus anderen Sprachen, bei denen man streiten kann, ob sie inzwischen schon Fonemstatus im Deutschen haben: nasales ä, a, ö und o wie in <Teint>, <Genre>, <Parfum> und <Jongleur>, langes offenes o und ö wie in <Talkmaster> und <Œuvre>).

Vokalbuchstabe

Es werden unter Vokalen gemeinhin auch die Buchstaben verstanden, die derartige Laute repräsentieren. Um der verbreiteten Verwechslung beziehungsweise Gleichsetzung von Lauten und Buchstaben vorzubeugen, ist es sinnvoll, den Begriff Vokalbuchstaben zu verwenden. Linguistisch korrekt sind die Begriffe Vokalgrafeme beziehungsweise Kerngrafeme (Grafeme, die für den Silbenkern, nicht den Silbenrand verwandt werden, so beispielsweise in der Grammatik der deutschen Sprache, Berlin 1997, Bd. 1, vergleiche S. 246ff). Im Deutschen sind dies A, Ä, E, I, O, Ö, U, Ü, Y, (É). (Auch das Ypsilon muss als Vokalbuchstabe gewertet werden. Es kann zwar unter bestimmten Bedingungen, wie beispielsweise auch I und U in <Mai>, <Station>, <Qualle>, <Mauer>, <Etui>, einen unsilbischen beziehungsweise konsonantischen Laut wiedergeben, beispielsweise in <Yacht>, <Bayern>. Die grundlegende Aussprache des Buchstabens Y entspricht jedoch im Deutschen der des Vokalbuchstabens Ü, beispielsweise <Typ>, <physisch>, <Psyche>, <Analyse>.) Die Vokalbuchstaben Ä, Ö, Ü können auch (von ihrer grammatischen Funktion her) als Umlautbuchstaben bezeichnet werden. Auch der häufig in Wörtern aus dem Französischen anzutreffende Buchstabe É lässt sich durchaus hinzuzählen (im Deutschen als Variante zu <ee> am Wortende gebraucht), da er auch in Wortschreibungen anzutreffen ist, die ansonsten eingedeutscht sind (vergleiche deutsch <Varieté> oder <Varietee>, frz. aber <variété>).

Die Vokalbuchstaben stehen den Konsonantenbuchstaben (Konsonantengrafemen/Randgrafemen) B, C, D, F, G, H, J, K, L, M, N, P, Q, R, S, ß, T, V, W, X, Z gegenüber.

Sprachspielerei

Das Wort mit den meisten unmittelbar aufeinanderfolgenden Vokalbuchstaben, das sich im Duden finden lässt, lautet zweieiig (5 Vokalbuchstaben). Die meisten aber hätten wohl Zusammensetzungen aus Queue, Eiern, Aue und Ai, ggf. auch noch kindersprachlich Aua (als Substantiv): Queueeier, Queueaue (7 Vokalbuchstaben). Daneben gibt es sicherlich Aiauen und Aieier. Wenn sich das arme Ai an besonderer Stelle wehtut, dann hat es ein Aieiaua. Geschieht das beim Billard, dann ists ein Queueaieiaua. Und passiert das immer auf einer bestimmten Aue, dann ist dies die Queueaieiauaaue (14 Vokalbuchstaben). Letzteres wäre auch das Wort mit den meisten Vokalbuchstaben am Wortende. Eine Aieiauaaue wäre wohl das längste Wort, das nur aus Vokalbuchstaben besteht (10 Stück) beziehungsweise mit den meisten Vokalbuchstaben am Wortanfang. Wenn man aber die Wörter auch mehrmals in den Zusammensetzungen zulässt, ist die Anzahl der Vokalbuchstaben theoretisch unbegrenzt (beispielsweise eine Aieiauaaue mit Queueeiern wäre eine Queueeiaieiauaaue usw.).

Das Wort mit den meisten unmittelbar aufeinanderfolgenden Vokalen lässt sich dagegen schwerer ermitteln, weil in der Linguistik umstritten ist, welche Lauteinheiten als (wieviele) Vokale zu zählen sind. (Welchen Status haben beispielsweise sog. Halbvokale als Bestandteile der Diphthonge?) Auch müsste man sich einigen, ob man auf fonologischer oder fonetischer Ebene zählt. (Wörter, die mit einem Vokalfonem beginnen, beginnen fonetisch mit einem Konsonanten: mit dem Knacklaut.)


Siehe auch: Konsonant, Alphabet, Formant, Klangfarbe, Monophthong, Diphthong

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