Werktreue

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Werktreue ist der Versuch, den wesentlichen Gehalt eines literarischen oder musikalischen Werkes möglichst unverfälscht durch eigene Interpretationen so zur Aufführung zu bringen, wie es den ursprünglichen Intentionen des Autors oder Komponisten entspricht. Man geht dabei von Voraussetzung aus, dass der wesentliche Gehalt des Werkes und die Intentionen des Künstlers, der es geschaffen hat, aus dem Werk selber, gegebenenfalls unter Hinzuziehung zeitgenössischer Quellen über Leben und Werk des Künstlers, erkennbar ist.

Die Erkennbarkeit der Intentionen des Künstlers und des wahren Gehalts des Kunstwerkes wird heute vielfach von kritischer Seite in Frage gestellt. Werktreue sei demnach nicht mehr, als das Festhalten an überlieferten Aufführungstraditionen, die einen gewissen Wiedererkennungseffekt beim Publikum auslösen, aber keineswegs garantieren, dass damit der wirkliche Gehalt des Werkes und die Intentionen des Autors in reiner Gestalt sichtbar und hörbar werden. Tatsächlich beruhe jede Inszenierung, auch die traditionelle, auf einer subjektiven und daher notwendig verfälschenden Interpretation des Werkes.

Das Regietheater hat darum dem Prinzip der Werktreue eine schroffe Absage erteilt und nimmt das Werk nur als Anlass, um vor allem die Intentionen des Regisseurs zur Darstellung zu bringen. Die Inszenierung richtet sich dann entweder bewusst gegen die Intentionen des Autors oder Komponisten, oder hält diese zumindest für nicht mehr erkennbar oder relevant für eine zeitgemäße Interpretation des Werkes.

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