Die Weber

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Die Weber ("De Waber") ist ein soziales Drama in fünf Akten von Gerhart Hauptmann, das am 26. Februar 1893 im neuen Theater Berlin privat und am 25. September 1894 im Deutschen Theater Berlin öffentlich uraufgeführt wurde. Es behandelt den Weberaufstand von 1844.

Inhalt

Im Expeditionsraum von Dreißigers Parchentfabrik liefern die Weber ihre Heimarbeit ab. Es sind arme, elende, von Hunger und Not ausgemergelte Menschen, die um ein paar Pfennige Lohnerhöhung oder um einen geringen Vorschuss bitten. Ein kleiner Junge bricht vor Entkräftung zusammen, woraufhin der herbeigerufene, sichtlich peinlich berührte, Fabrikant Dreißiger das Kind in sein Privatkontor bringen lässt. Mit billigen Phrasen über die Verantwortung des Unternehmers sucht er die murrenden Leute zu beschwichtigen.

In der Hütte des Häuslers Ansorge arbeiten die Baumerts an Webstühlen und Garnspulen. Der alte Baumert, der seit zwei Jahren kein Fleisch mehr gegessen hat, hat seinen kleinen Hund geschlachtet und schmort den trüben Braten im Topf. Moritz Jäger, ein Reservist auf Urlaub, stimmt das Weberlied an, welches die anderen zu auftrumpfender Entschlossenheit reizt, die Umstände nicht so zu belassen wie sie sind und zu revoltieren.

In Welzels Gaststube unterhalten sich ein Reisender aus der Stadt und der Tischler Wiegand über den Aufruhr, der unter den Heimarbeitern gärt. Die Erregung wächst, als die jungen Männer, vom Schmied Wittig aufgestachelt, wiederum mit dem Weberlied anfangen. Als der versoffene Gendarm Kutsche Ruhe gebietet, wird die Situation so bedrohlich, dass der Polizist schleunigst klein beigibt und verschwindet. Die Weber verschwinden, das Weberlied singend, in den Straßen und ziehen Richtung Dreißigers Fabrik.

In Dreißigers Wohnung wagt der junge Hauslehrer Weinhold im Verlauf einer kleinen Abendgesellschaft die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit zu stellen, Dreißiger aber verbittet sich Belehrungen über Humanität. Der festgenommene Rädelsführer Jäger wird von den vor dem Haus randalierenden Webern befreit, die Polizei wird verprügelt und selbst der freundliche, aber gänzlich lebensferne Pastor des Ortes wird misshandelt. Dreißiger bringt sich mit seiner Familie gerade noch in Sicherheit, bevor die Weber in seine Villa eindringen und – als sie selbige leer vorfinden – alles kurz und klein schlagen.

Der fromme alte Webermeister Hilse im Nachbardorf ist entsetzt über die tobende Menge, welche unterwegs ist, um auch hier die Unternehmer zu vertreiben, aber bereits vom Militär erwartet wird. Weber und Militär leisten sich einen ungleichen Kampf, der von den naiven, aber verzweifelten Webern nur verloren werden kann. Beim finalen Kampf auf der Straße vor Hilses Haus verirrt sich eine Kugel in dessen Wohnstube und trifft den alten Mann tödlich.

Form

Die Weber ist ein typisches Drama des Naturalismus. Das Bühnenbild, das Hauptmann sich vorstellte, wird sehr genau beschrieben. Offensichtlich sollte auch dadurch die soziale Lage der Weber genau beschrieben werden.

Außerdem sprechen die Weber schlesische Mundart.

Interpretation

In seinem bedeutendsten Drama thematisiert der führende deutsche Vertreter des Naturalismus das Schicksal einer Gruppe schlesischer Weber, wobei er eine ganze soziale Schicht zu Protagonisten des Stückes macht, um so die sozialen und politischen Dimensionen des Konflikts zu verdeutlichen. Sprache, Situationen und realistische "Volkstypen" wurden damals als revolutionär aufgefasst. Die besondere Dramatik zieht das Stück aus seinen realen Vorbildern: den spontanen Weberaufständen im Juni 1844 in den schlesischen Provinzen.

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