Literaturgattung

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Unter Literaturgattung (modern auch Textsorte genannt) werden Textart und das Genre verstanden. Als die drei klassischen Großformen gelten: Lyrik, Epik und Drama.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bis ins 19. Jahrhundert hinein – solange die Literatur der Bereich der Wissenschaften war, (hierzu ausführlich das Stichwort Literaturgeschichte) – gliederte sich die Literatur in die vier Fakultäten:

  • Philosophisches Grundstudium (der ehemaligen "artes liberales")
  • Theologie
  • Jurisprudenz
  • Medizin

Die weitere Untergliederung erfolgte innerhalb der Fächer (die Mathematik gehört zum philosophischen Grundstudium und untergliedert sich in Geometrie, Algebra u.s.f.)

Als das literarische Rezensionswesen im 18. Jahrhundert die Besprechung nationaler Poesie in das Zentrum rückt, wird die Debatte der "poetischen Gattungen" nach Aristoteles eines der ersten Themenfelder. Seit 1600 steht die Oper im Zentrum der Poesieproduktion. Gelehrte Rezensenten fordern dagegen ein Drama, das sich in eine Tragödie und eine Komödie teilt (und plädieren an selber Stelle dafür, die Oper der Musik zu überantworten, wenn nicht, sie gänzlich auszumerzen). Die Diskussion poetischer Gattungen findet im selben Moment ihre zentrale Bedeutung in der Reform, die die Rezensenten der literarischen Journale auf dem Gebiet der Poesieproduktion einklagen und anregen. Mitte des 18. Jahrhunderts ist zu diskutieren, ob Prosatragödien mit bürgerlichen Helden in das Gattungsspektrum der Poesie gehören können. Mit der Aufnahme des bürgerlichen Trauerspiels in den Gattungskomplex entscheidet sich, dass dieser (nun endgültig der Prosa geöffnet) den Roman als Nachfolger des antiken Epos akzeptiert. Es entsteht vorübergehend ein neues auf Aristoteles rückführbares Spektrum poetischer Gattungen aus Dramatik, Epik und Lyrik, das jetzt Prosa und den Roman umfasst. Der Begriff Poesie verliert im selben Prozess an Bedeutung. "Dichtung" und "schöne Literatur" werden im Deutschen die neuen Dachbegriffe, mit denen sich die Würdigung der künstlerischen Leistungen in den Vordergrund rücken lässt.

Lyrik

Lyrik bezeichnet die gefühlsbetonte Dichtung. Zumeist ist damit Poesie gemeint. Die bekanntesten Textsorten dieser Gattung sind:


Epik

Epik beschreibt die erzählende Literatur. Die bekanntesten Textsorten dieser Gattung sind:


Drama

Dramatische Werke sind übertrieben lustig oder übertrieben traurig. Sie unterliegen keiner bestimmten Form, werden aber meist für die darstellende Kunst verfasst. Die bekanntesten Textsorten dieser Gattung sind:


Didaktik

Literatur, die nur lehrt, also dem Leser Wissen zur Verfügung stellt, wird als Didaktik bezeichnet. Sie gilt nur bedingt als eigenständige literarische Gattung. Die bekanntesten Textsorten sind:


Zitat

"Wo uns etwas erzählt wird, da handelt es sich um Epik,
wo verkleidete Menschen auf einem Schauplatz etwas
agieren, um Dramatik, und wo ein Zustand empfunden
und von einem 'Ich' ausgesprochen wird, um Lyrik."
(W. Kayser, 1948)


Siehe auch

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