Traumnovelle

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Die Traumnovelle ist eine Novelle von Arthur Schnitzler aus dem Jahr 1926.

Schnitzler beschreibt in dieser Novelle die scheinbar harmonische Ehe von Fridolin, einem Arzt, und Albertine, unter deren Oberfläche beide von ungestillten erotischen Begierden heimgesucht werden, die sich durch wechselseitige Entfremdung zu einer Ehekrise auswachsen.

Fridolin und Albertine geben ihren Begierden nach, sie in einem realitätsnahen Traum, er in traumhafter Wirklichkeit. Fridolin verlängert einen nächtlichen Hausbesuch als Arzt zu einem Streifzug durch die Nacht, in dem er gegenüber seiner Frau ständig wachsende Aggressionen entwickelt. Ihm gelingt durch Indiskretion eines Bekannten der Zutritt zu einer Geheimgesellschaft, in der Orgien gefeiert werden, wie er sie bislang nicht für möglich gehalten hat; er schließt leidenschaftliche Bekanntschaft mit einer unbekannten schönen Frau, die ihn vor der Entdeckung warnt, weil er unweigerlich mit dem Tode bestraft würde. Er entkommt diesem Schicksal nur, weil sie sich für ihn opfert – er erfährt am nächsten Tag von einem Selbstmord in einem Hotel, zu dem er herausbekommt, dass es sich um die unbekannte Frau handelt. Albertine hingegen erzählt ihm von einem Traum, in dem sie sich unbekannten Liebhabern hingegeben habe, während sie zusah, wie er gekreuzigt wurde, sich für seine Treue zu ihr opfernd.

Schnitzler beschreibt in dieser klassisch gebauten Novelle die Gedanken und psychologische Entwicklung des Arztes Fridolin (mehr als die seiner Frau) über einen Zeitraum von zwei Tagen. Am Ende haben sich beide Ehepartner füreinander geopfert (die unbekannte Frau vom Maskenball stellvertretend für Albertine).

Das Geheimnisvolle dieser Novelle rührt von der Entdeckungsreise ins Selbst her, die Fridolin unternimmt, einen Abstieg in die Tiefen seiner eigenen Psyche, und den Veränderungen in den Beziehungen zwischen Menschen. Sie verkörpert eine Fülle von psychologischer Metaphorik und Symbolismus – vermittelt aber den Protagonisten in der abschließenden Aussprache die Erkenntnis der Gefährdung ihrer Beziehung durch das Unterbewusstsein und ihre Bewältigung.

Schnitzlers Novelle wurde 1999 von Stanley Kubrick als Eyes Wide Shut mit Nicole Kidman und Tom Cruise in den Hauptrollen verfilmt.

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